Feldstärke

Feldstärke - Was ist das eigentlich?
Ein elektromagnetisches Feld wird mit Hilfe von Kupferspulen, und Strom aufgebaut. Wenn man durch einen Kupferdraht Strom leitet, bildet sich im Zentrum der Spule ein Magnetfeld. Die stärke diese Magnetfeldes wird mit Feldstärke oder auch Flussdichte bezeichnet.


Die Feldstärke wird in Gauß, bzw. Tesla ausgedrückt. 1 Gauß entsprechen 10-4 T, also ist 1 Gs = 0,1 mT. Die Bezeichnung Gauß erhielt ihren Namen von Carl Friedrich Gauß, die Bezeichnung Tesla wurde nach Nikola Tesla benannt. Ganz egal, welche Einheit gewählt wird, beides beschreibt die Stärke eines Magnetfeldes.
Ein Magnetfeld kann in der Industrie genauso eingesetzt werden, wie in der Medizintechnik. Jeder kennt aus Filmen den starken Magneten, der an einer Eisenkette oder einem Stahlseil hängt und mit dessen Hilfe Autos in die Schrottpresse befördert werden. Wenn der Strom angeschaltet wird, ist das Magnetfeld an, wird der Strom abgeschaltet, fällt das Auto in die Schottpresse. Auch im Bereich der Mülltrennung findet der Elektromagnet Anwendung. In der Medizintechnik kennen wir ihn z. B. aus dem Bereich der Diagnostik. Bei der MRT (Magnet Resonanz Tomogrophie) oder auch Kernspinresonanztomographie wird mittels Magnetfelder ein Abbild des Inneren des Körpers geschaffen. Ältere Geräte so genannte Niederfeldgeräte verfügten über eine Feldstärke von 0,2 - 0,5 T. Heute werden dort normalerweise Feldstärken von 1 bis 3 T verwendet. Verschiedene Einrichtungen verfügen über Geräte, die mit ca. 7 oder sogar bis zu 21 T verfügen. Eine solch hohe Feldstärke wird jedoch nur zur physikalischen Forschung verwendet. Solch hohe magnetische Felder sind für den Körper auf Dauer nicht zu empfehlen, daher sollte das Bedienpersonal auch den Raum während der Diagnostik verlassen.
In der therapeutischen Medizintechnik ging die Entwicklung den umgekehrten Weg. Man stellte fest, dass man bei einigen Indikationen mit niedrigeren Feldstärken zwar etwas länger braucht, es aber für den Körper dadurch nicht belastend ist. Nach Anfängen im mT-Bereich kamen Ende der 80er Jahre die ersten Geräte mit Therapiematten und Feldstärken im Mikrotesla (µT)-Bereich auf den Markt. Seit dem wurde therapiert, untersucht, beobachtet und entwickelt. Die Spulen wurden optimiert, um den Strom so gering wie möglich zu halten. Die Einsatzbereiche genauer abgegrenzt.
Für die Therapie beim Orthopäden werden heute Systeme mit Therapieringen mit höheren Feldstärken (mT) benutzt, weil der Patient nach 10 Anwendungen, die z. B. EUR 700,-- bis EUR 1.000,-- kosten, einen entsprechenden Erfolg sehen möchte. Beim Allgemeinmediziner und Internisten werden z. B. häufiger Therapiematten mit niedrigeren Feldstärken (µT) eingesetzt, weil diese einen breiteren Therapieansatz bieten. Für zu Hause, also im täglichen Einsatz werden fast ausschließlich Systeme mit Therapiematten mit niedrigen Feldstärken (µT) eingesetzt.
Man könnte dies folgenden Beispielen sinnvoll beschreiben. Schlangengift ist in niedrigen Dosen in Arznei enthalten - in hohen Dosen tödlich. Voltaren soll in niedrigen Dosen gegen Schmerzen helfen - hohe Dosen (5 oder 10 Tabletten pro Tag) sind eher nicht zu empfehlen. Ein Bierchen oder Gläschen Wein hin und wieder ist sicherlich kein Problem, 2 Flaschen Wein pro Tag stellen jedoch ein Problem dar. Wenn Sie zu Fuß von A nach B (5 km) gehen. Können Sie schnell rennen, was Ihren Körper an den Rand seiner Leistungsfähigkeit bringt oder diese sogar übersteigt. Alternativ hierzu können Sie von A nach B gemütlich gehen, was Sie nicht einmal besonders anstrengt. Ihr Körper sieht dies als Training. Was ist wohl besser für Ihren Körper?
Eine Therapie mit einer höheren Feldstärke mag kurzfristig effektiv und vielleicht auch sinnvoll sein, auf Dauer jedoch würden wir den schonenden Weg der niedrigeren Feldstärke einschlagen.
Niedrigere Feldstärken im Sinne unserer Ausführungen bewegen sich im Bereich zwischen 10 Nanotesla (nT) und 100 Mikrotesla (µT). Die Einheit nT entspricht 10-9 T oder milliardstel, die Einheit µT entspricht 10-6 T oder millionstel.
Durch die Tatsache, dass ein Magnetfeld immer im Zentrum einer Spule aufgebaut wird und nach außen abfällt, ist aus der Sicht der Produktion zwar nicht günstig aber aus therapeutischer Sicht ratsam so viel wie möglich Spulen in einem Applikator zu platzieren um ein möglichst gleichmäßiges Feld zu erreichen. Bei 3 Spulen in der Matte 3 Stimulationspunkte, die nach außen abfallen, bei 6 Spulen, 6 Stimulationspunkte und bei 16 Spulen, 16 Stimulationspunkte.




